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Frauen fit im Beruf! Berufliche Bildung – eine Herausforderung für alle!

Freiburg, den 08.11.2010. „Im Alter vereinsamt man viel weniger, wenn man im Laufe der Jahre Wissen angesammelt hat.“ Die ehemalige Studienprofessorin Anneliese Postels aus Offenburg spricht aus eigener Erfahrung und gibt diese gerne weiter. Die Landesvereinigung Liberale Frauen Baden-Württemberg lud am Wochenende zu einem Fachtag „Frauen fit im Beruf! Berufliche Bildung – eine Herausforderung für alle!“ in die St.-Elisabeth-Schule nach Freiburg ein.

Wie wichtig es ist, Mädchen und jungen Frauen Wertschätzung entgegenzubringen, sie auf einen Beruf vorzubereiten und damit auf ein eigenständiges Leben als erwachsene Frau, machte die stellvertretende Schulleiterin der St-Elisabeth-Schule, Felicitas Heimburger, deutlich. Die Schule begleitet Mädchen und junge Frauen mit Lernbeeinträchtigungen beim Einstieg in das Berufsleben.

Nicht jeder Berufsweg verläuft geradlinig und auch Umwege und vermeintliche Sackgassen können zu Marksteinen werden. Wie frau sich anders aufstellt, zeigte Jacqueline Rössger eindrucksvoll an ihrem eigenen Lebenslauf. Heute ist die 38-jährige Chefin eines Betriebs für Rohr- und Dachrinnenreinigung, den sie nach dem Tod ihres Vaters übernommen hat. Geplant hatte sie es nie. Nach dem Abitur absolvierte Rössger eine klassische kaufmännische Ausbildung. Mit dem Abschluss in der Tasche startete sie in ihrem Traumberuf durch und reiste als Flugbegleiterin über 10 Jahre um die Welt. Sie würde vielleicht heute noch über den Wolken arbeiten, wäre ich nicht ihr Vater überraschend gestorben. Nach kurzer Bedenkzeit übernahm sie die Verantwortung im väterlichen Handwerksbetrieb. Die ersten Jahre waren hart, doch Rössger ließ sich nicht unterkriegen. Ihr Tipp an die anwesenden Frauen: „nie die Kontrolle verlieren und jede neue Aufgabe nicht als Abschreckung, sondern als Herausforderung ansehen – und: lassen Sie sich nicht verbiegen, verwirklichen Sie Ihren Traum!“

Heiderose Berroth, FDP-Landtagsabgeordnete aus Renningen (Landkreis Böblingen) und Obfrau in der Enquete-Kommission „Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft – berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung“ im baden-württembergischen Landtag referierte über die Berufswahl von Mädchen und der weite Weg zu mehr Frauen in Führungspositionen. Vor fast vier Jahrzehnten befasste sich Berroth erstmals damit – im Rahmen ihrer Diplomarbeit als Kauffrau. „Der einfachste Weg für Frauen, ein unabhängiges und selbständiges Leben führen zu können, ist eine gute Berufsausbildung und eine stetige Weiterbildung.“ Sie plädierte dafür, sich bei der Berufswahl nicht auf die klassischen Frauenberufe zu konzentrieren sondern das breite Spektrum anzuschauen. Larissa Seitz begleitet als parlamentarische Beraterin die Arbeit der Enquetekommission und stellte die umfangreichen Fördermöglichkeiten der Europäischen Kommission für die berufliche Aus- und Weiterbildung vor.

Die Liberalen Frauen wollen weiter die duale Berufsausbildung stärken, die Berufsausbildung und Berufsausübung innerhalb Europas erleichtern und fordern, die Berufsabschlüsse gegenseitig anzuerkennen.